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pbb 2024 mit deutlich verbessertem Gewinn

Garching, 27.02.2025
  • Gewinn steigt um mehr als 15 %, Risikokosten sinken um rund 20 %
  • Selektives Neugeschäft mit sehr guten Margen – Märkte zeigen Bodenbildung
  • Portfoliobestand erreicht strategischen Zielwert von 29 Mrd. €
  • Kapital- und Liquiditätsausstattung unterstützt Strategie 2027
  • 15 Cent Dividendenvorschlag, Aktienrückkauf in Höhe von 15 Mio. € geplant

Die Deutsche Pfandbriefbank AG (pbb), eine führende europäische Spezialbank für die gewerbliche Immobilienfinanzierung, hat das Jahr 2024 wie angekündigt mit einem deutlich verbesserten Ergebnis abgeschlossen. Mit einem Vorsteuergewinn in Höhe von 104 Mio. € (IFRS, Konzern, geprüft, Billigung durch den Aufsichtsrat ausstehend) konnte die Bank das Vorjahresresultat (90 Mio. €) um mehr als 15 % übertreffen. Deutlich rückläufig waren die Risikokosten. Die Risikovorsorge ging in einem weiter schwierigen Marktumfeld von -212 Mio. € (2023) auf -170 Mio. € um rund 20 % zurück.

„Deutlich mehr Gewinn, deutlich niedrigere Risikovorsorge, die Kosten trotz hoher Investitionen in unsere Zukunft unter dem Vorjahreswert: Die pbb hat 2024 in einem herausfordernden Marktumfeld geliefert, was sie angekündigt hat. 2025 steht nun die Umsetzung unserer Strategie 2027 im Fokus. Wir wollen profitabler, diversifizierter und kosteneffizienter werden“, sagte Kay Wolf, CEO der pbb.

Der strategische Schwerpunkt des Bilanz- und Kapitalmanagements hat die operativen Erträge des Jahres 2024 zeitweise belastet. Der Fokus auf Profitabilität und Senkung der Kapitalbindung im Portfolio führte vorerst zu einer Reduzierung des Zinsertrages von 482 Mio. € auf 465 Mio. €. Erwartungsgemäß sanken die operativen Erträge von 603 Mio. € (2023) auf 544 Mio. €, da 2023 von nicht wiederholbaren Sondereffekten wie Rückstellungsauflösungen in Höhe von rund 55 Mio. € profitierte. Die operativen Erträge lagen damit am oberen Ende der Guidance von 525-550 Mio. €.

Das Neugeschäft war mit 5,1 Mrd. € selektiv (2023: 7,2 Mrd. €; jeweils inklusive Prolongationen um mehr als ein Jahr), da die pbb ihren Fokus strikt auf ein attraktives Rendite-Risiko-Profil und damit auf Profitabilität legte. Es blieb damit unter den Jahreserwartungen. Dabei konnte die Bank ein starkes viertes Quartal mit einem Volumen von 2,6 Mrd. € und stabil hoher Marge realisieren. Die Neugeschäftsmarge stieg deutlich von ~ 205 Basispunkten (bp; 2023) auf ~ 240 bp. Der Portfoliobestand sank um 2,1 Mrd. € (2023: 31,1 Mrd. €) und erreichte damit den strategischen Zielwert von 29 Mrd. €.

2024 hat die Bank wichtige Investitionen in die digitale Zukunft und die Diversifizierung ihres Geschäftsmodells getätigt. Trotz dieser Investitionen sanken die Verwaltungsaufwendungen auf 245 Mio. € nach 249 Mio. € im Vorjahr. Die Cost-Income-Ratio (CIR) stieg erwartungsgemäß moderat auf 49 % (2023: 46 %) und lag somit leicht unter der Guidance von rund 50 %.

Die Risikovorsorge konnte 2024 erheblich reduziert werden, auch wenn der Bedarf mit -170 Mio. € auf Jahressicht erwartungsgemäß weiter erhöht war (2023: -212 Mio. €). Für die Risikovorsorge der Stufen 1 und 2 ergab sich eine Nettoauflösung in Höhe von 14 Mio. € (2023: Nettozuführung von 2 Mio. €), wobei der für US-Risiken gebildete Management Overlay in Höhe von 31 Mio. € über das Jahr vollständig aufgelöst wurde. Für die Risikovorsorge der Stufe 3 betrug die Nettozuführung -184 Mio. € (2023: -211 Mio. €), davon entfielen -108 Mio. € auf Finanzierungen in den USA und -56 Mio. € auf Developments in Deutschland. 

Wichtiger Meilenstein war die erfolgreiche Transition in den Foundation Internal Ratings Based Approach (F-IRBA) nach Basel IV als den für den größten Teil des Immobilienportfolios maßgeblichen Modell- und Risikostandard seit 1. Januar 2025. Die Pro-Forma CET1-Quote gemäß F-IRBA Basel IV lag zum 31. Dezember 2024 bei 16,8 %. Unter dem zum Jahresende noch geltenden Basel-Regime unter Verwendung standardisierter Risikoparameter belief sich die CET1-Quote auf 14,4 %. Diese starken Kapitalquoten lagen deutlich über den aufsichtlichen Anforderungen. Dies galt auch für eine unverändert komfortable Liquiditätsausstattung, die unter anderem mit einer Liquiditätsdeckungsquote (LCR) von 200 % untermauert wird.

Das neu platzierte langfristige Refinanzierungsvolumen der pbb lag 2024 bei 2,5 Mrd. € (2023: 3,3 Mrd. €). Der Rückgang steht im Einklang mit den erfolgreichen Vorfinanzierungsaktivitäten des Vorjahres und dem geringeren Bedarf im Jahr 2024. Pfandbriefe machten mit 2,0 Mrd. € (2023: 2,7 Mrd. €) den überwiegenden Teil des Volumens aus. Die unbesicherte Finanzierung ist im Bestand zwischen Retail-Einlagen (7,6 Mrd. € im Vergleich zu 6,6 Mrd. € im Vorjahr) und Kapitalmarktfinanzierung mit jeweils circa 50 % gut ausbalanciert. Im Kapitalmarkt hat die pbb im vierten Quartal 2024 eine Senior Preferred-Anleihe im Volumen von 500 Mio. € emittiert. Gleichzeitig wurde durch proaktives Balance Sheet Management das Non Core Portfolio weiter um 2,7 Mrd. € auf 9,7 Mrd. € reduziert. Dies erfolgte durch Asset-Verkäufe im Volumen von 1,9 Mrd. € und natürliche Fälligkeiten in Höhe von 0,8 Mrd. €.

2025: CRE-Märkte stabilisieren sich nach erfolgter Bodenbildung

„Die Weltlage ist weiterhin von großen Unsicherheiten geprägt. Es herrscht nach wie vor Krieg in Europa. Die Inflation hält sich in Teilen hartnäckig und die Zinsen sinken langsamer als zunächst erwartet. So kommt die Erholung an den Immobilienmärkten nur zögerlich voran“, so Wolf weiter. „Die Commercial Real Estate-Märkte haben sich zuletzt stabiler gezeigt, allerdings noch auf niedrigem Niveau. Wir rechnen 2025 nicht mit großen Steigerungen der Transaktionsvolumina, gehen aber von weiter sinkenden Risikokosten aus. Wir wollen weiterhin in die Umsetzung unserer Strategie 2027 investieren, um die Provisionserträge zu steigern. Wir verfügen über ausreichend Kapital und Liquidität, um hier wichtige Weichen zu stellen.“

Beim Neugeschäft rechnet die pbb mit einem Volumen zwischen 6,5 bis 7,5 Mrd. € für das Jahr 2025 und einem Portfoliovolumen von rund 29 Mrd. €. Die CIR soll stabil bleiben, da weitere Kostenreduzierungen im Kerngeschäft in neue Geschäftsaktivitäten im Bereich Real Estate Investment Solutions reinvestiert werden. Die Risikokosten sollen weiter konsequent gesenkt werden. Die CET1-Quote wird bei mehr als 15,5 % erwartet. Die pbb strebt auch für 2025 eine deutliche Steigerung des Gewinns vor Steuern an. Dabei soll die Eigenkapitalrentabilität weiter gesteigert werden, auf ein Niveau von 3,5 bis 4,5 % (RoTE).