Sachsens Flughäfen: Bereit zum Durchstarten
Fachkreis Gewerbeimmobilien Leipzig sieht die Notwendigkeit für verbesserte Rahmenbedingungen für Flughafenstandorte
Sachsens Flughäfen stehen an einem wirtschaftlichen Wendepunkt. Während die infrastrukturelle Anbindung und die Flächenpotenziale rund um die Airports in Leipzig/Halle und Dresden enorme Chancen für Investitionen bieten, bremsen strenge Regulierungen für die Flughäfen in Verbindung mit steigenden Kosten und eine schwächelnde Konjunktur die Entwicklung. Der Leipziger Fachkreis Gewerbeimmobilien sieht die Notwendigkeit eines Umdenkens um die Flughäfen zu einem Motor für wirtschaftliches Durchstarten im Freistaat zu entwickeln.
„Ein starker Standort braucht einen starken Flughafen“
„Die Flughäfen in Sachsen sind keine reinen Verkehrsknotenpunkte – sie sind Ausdruck wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Dass dieser Motor derzeit ins Stottern gerät, ist alarmierend“, sagt Prof. Dr. Kerry Brauer, Präsidentin des Leipziger Fachkreises Gewerbeimmobilien. In der jüngsten Abendveranstaltung des Fachkreises wurde deutlich: Während im Cargobereich Wachstum und internationale Bedeutung bestehen, bleibt die Passagierentwicklung weit hinter den Erwartungen zurück.
Insbesondere der Flughafen Leipzig/Halle gilt mit über 200 Hektar entwickelbarer Fläche, 24/7-Betrieb und multimodaler Anbindung als hochattraktiv für Investoren. Doch die Regulierungslage ist komplex – die Kosten hoch. „Wenn die Flughafengebühren in Leipzig Airlines abschrecken, dann verspielen wir eine Schlüsselchance im Standortwettbewerb“, so Brauer. „Das darf sich die Region nicht leisten.“
Wirtschaftliche Flaute und verändertes Reiseverhalten
Dass Konjunktur und Geschäftsreiseverhalten sich verändert haben, sei ebenfalls nicht zu ignorieren. Der Rückgang bei Kurzflügen durch Online-Meetings, gepaart mit gestiegenen Luftsicherheitsgebühren und einer schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, bremse derzeit die Perspektive auf Wachstum.
Entwicklungschancen in Leipzig und Dresden
Neben Leipzig wird auch das Areal rund um den Flughafen Dresden zunehmend als Zukunftsstandort gesehen. Mit dem geplanten Wachstum auf über 100.000 Arbeitsplätze, der Nähe zum Halbleiter-Cluster und kurzfristig verfügbaren Entwicklungsflächen eröffnet sich hier ein Potenzial, das nach klaren politischen Signalen verlangt. „Wir brauchen dringend ein investitionsfreundliches Klima – nicht nur für die Immobilienwirtschaft, sondern für den gesamten Wirtschaftsraum Sachsen“, so Brauer.